Konzept

Fernsehen übers Netzwerk: Die Box im Eigenbau


Die Receiverbox ist ein Server für den Heimgebrauch: neben der Funktionalität eines NAS wird auch zusätzlich das Fernsehprogramm von Satellit (DVB-S oder DVB-S2), Antenne (DVB-T) oder auch Kabel (DVB-C) ins Netzwerk eingespeist. Natürlich kann er auch als Videorekorder genutzt werden. Betrieben wird die Box mit Windows z. B. mit DVBViewer oder Linux z. B. mit VDR, TVHeadend,....

Bei der Ausarbeitung des Konzepts wurde insbesondere auf niedrigen Stromverbrauch und eine saubere Integration mit Standardkomponenten geachtet - und die Nutzung von x86, da ARM für einen privaten kaum zu stämmen ist! Außerdem sind damit Windows und Linux, sowie individuelle Erweiterungen problemlos möglich.

Ein Aufbau mit zwei NAS-Platten und 4 LNB-Receivern kann mit 30W unter Volllast betrieben werden - mit einem herkömmlichen Computersystem ist das bei weitem nicht realisierbar. Vergleichbare Lösungen mit ARM würden nur wenige Watt weniger verbrauchen - dafür sind dieser aber derzeit mit vielen Nachteilen verbunden.






Fernsehstreaming und NAS ist eine perfekt Symbiose für das Eigenheim der Zukunft: Fernsehen über netzwerkfähige Endgeräte, Bedienung über Weboberfläche, und und und.

Die Receiverbox ist abseits platziert - bei mir direkt neben der Satelliten-Empfangsanlage. An den Fernseher sind derzeit noch separate Clients notwendig. Ich gehe aber davon aus, dass die Softwareintegration direkt in die Fernsehgeräten in den nächsten Jahren separate Clients komplett überflüssig macht.

Was sind die Vorteile?


  • Fernsehaufnahmen und NAS (Backups, Filme, Bilder,...) auf einem Gerät - weniger Administrationsaufwand
  • Automatische, autonome Fernsehaufnahmen auf dem Server
  • Zugriff von Aufnahmen, Einstellungen und Live-Fernsehprogramm von jedem netzwerkfähgien Gerät: Windows VideoLAN/VLC oder Android Apps sind nur Beispiele
  • Weboberfläche zur Konfiguration
  • Mehrere Programme gleichzeitig sehen
  • standardisierte x86-Hardware: perfekt für eigene Erweiterungen
  • Linux oder Windows-Installation möglich

Welche Empfangskanal man wählt oder selbst vor Ort hat, kann bei der Konfiguration selber flexibel gewählt werden. Selber nutze ich Satellite über DVB-S2 (19.2° Astra für die deutschen Sender und früher aber auch noch 28.2° für die englischen Sendern) und DVB-T um die österreichischen Sender (Fußballspiele ;-) empfangen zu können.

Besonders wichtig, da sich das Fernsehen stark im Umbruch befindet und noch einige Neuerung bevorstehen: etwa 3D-Fernsehen, noch höhere 4K-Auflösung. Mit proprietetären Lösungen ist man abhängig vom Anbieter. Bei der Eigenbaulösung ist inbesondere beim Server nur mit einem Softwareupdate zu rechnen - bei OpenSource-Software wie TVHeadend oder DVBViewer durchaus vergleichsweise schnell.

Und die Netzwerkauslastung?


Die stellt eigentlich kaum ein Problem dar. Bereits 100 MBit-Ethernet ist für mehrere gleichzeitige Fernsehprogramme (auch HDTV!) ausreichend. Lediglich beim WLAN sollte man schon auf den Draft-N-Standard (IEE802.11n - also WLAN mit 300 MBit) setzen, um genüngend Reserven bei Empfangsschwankungen zu haben.

Was ist mit SAT>IP?


SAT>IP wäre natürlich seit März 2014 der genormte und ratifizierte Standard - was man allerdings so hört und liest, es ist noch nicht 100% als einzige Lösung im Haus geeignet.
  • Fazit des Video-Magazins:Derzeit ist Sat over IP deshalb eine tolle Ergänzung, aber noch kein voller Ersatz für den normalen digitalen Sat-Empfang.

Ich hingegen nutze TV Streaming im eigenem Netzwerk bereits seit 2009 mit Linux! Als einzige Lösung. Im Gegenteil, die Vorteile überwiegen. Ich rate daher bei Neubau Stand 2015 zu folgendem:
  1. Der Hausherr ist technikaffin und kennt sich mit Linux aus: Keine Koax-Kabel mehr verlegen und nur noch auf Netzwerk setzen. Einen eigenen (File)Server mit Linux+TVHeadend oder Windows+DVBViewer aufsetzen. TVHeadend sowie DVBViewer unterstützen SAT>IP.
  2. Der Hausherr kennt sich nicht aus mit Linux: Überall dort wo man jetzt oder nächstes Jahr fernsehen will, wird noch ein Koax-Kabel installiert, so kann man den alten Fernseher gut betreiben. Langfristig wird es sicherlich über LAN oder WLAN gehen.
Die Nachteile von SAT>IP:

  • Geräteauswahl sehr beschränkt (derzeit nur Panasonic bei Fernsehgeräten, kaum SAT>IP Server)
  • Praktisch keine Unterstützung für DVB-T/T2 oder DVB-C
  • Separate Lösung zur Aufzeichnung und Time-Shifting notwendig
  • SAT>IP kann keine EPG zwischenspeichern
  • Keine zentrale Administration von Senderlisten oder Einstellungen

Wie verbaue ich das nun im meinem Eigenheim?


Dieser Absatz hier dürfte vor allem diejenigen Interessieren, die gerade Neubauen wollen, und sich Fragen, wie verbaue ich das ganze auch sauber.
Die Antwort ist 10"-Rack. Mehr Infos füge ich die nächsten Wochen hinzu.... Stay tuned...

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